Path: senator-bedfellow.mit.edu!bloom-beacon.mit.edu!news-stl.cp.verio.net!news.verio.net!newshub.northeast.verio.net!verio!fu-berlin.de!news-fra1.dfn.de!news.Uni-Mainz.DE!german
From: dantefaq@dante.de (DE-TeX-FAQ-Maintainer)
Newsgroups: de.comp.text.tex,de.answers,news.answers
Subject: TeX, LaTeX, DANTE e.V.: FAQ - Fragen und Antworten (Part 9 of 11)
Supersedes: <de-tex-faq-9-945699165@dante.de>
Followup-To: de.comp.text.tex
Date: 18 Jan 2000 16:59:36 GMT
Organization: DANTE, Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.
Lines: 501
Approved: news-answers-request@MIT.EDU
Distribution: world
Expires: 03 Mar 00 17:58:47
Message-ID: <de-tex-faq-9-948214727@dante.de>
References: <de-tex-faq-1-948214727@dante.de>
Reply-To: dantefaq@dante.de (DE-TeX-FAQ-Maintainer)
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X-Complaints-To: usenet@mail.uni-mainz.de
NNTP-Posting-Date: 18 Jan 2000 16:59:36 GMT
Summary: This posting contains a list of Frequently Asked Questions
         (and their answers) about the typesetting system TeX and
         about DANTE e.V., the german-speaking TeX users group.
         It is in German and uses the ISO Latin-1 character set.
Keywords: FAQ TYPESETTING TeX USERGROUP DANTE
Originator: german@sun2.dante.de
Xref: senator-bedfellow.mit.edu de.comp.text.tex:27414 de.answers:4118 news.answers:175387

Posted-By: auto-faq 3.3 (Perl 5.005)
Archive-name: de-tex-faq/part9
Posting-Frequency: monthly
Copyright-Notice: siehe Abschnitt 1.1/see Section 1.1
URL: http://www.dante.de/faq/de-tex-faq/

--- DE-TeX-FAQ Beginn Teil 9 ---



   Fragen und Antworten (FAQ) über das Textsatzsystem TeX und DANTE,
             Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.


                             Keith Reckdahl


                      (Version 59 vom Januar 2000)

------------------------------------------------------------------------


9 METAFONT und Schriften


9.1 METAFONT und METAFONT-Hilfsprogramme


9.1.1 Was ist ein Meta-Font?

Um die einzelnen Zeichen einer Schrift, eines Font, auf Papier zu
bringen, muß man wissen, an welchen Stellen das Papier mit Druckerfarbe
geschwärzt werden soll und an welchen nicht. Diese Information kann auf
verschiedene Arten repräsentiert werden: Die einfachste Form ist die
`Bitmap' bzw. `Pixelmap', d.h. jedes Zeichen wird gerastert und für
jeden einzelnen Punkt im Raster (= Pixel) wird abgespeichert, ob diese
Stelle geschwärzt werden soll. Eine Bitmap-Repräsentation hat jedoch den
Nachteil, daß man diese nicht ohne weiteres vergrößern, verkleinern oder
die Rasterung an eine andere Auflösung eines Ausgabegeräts anpassen
kann, da man in den meisten Fällen unerwünschte Seiteneffekte bekommt
(Stufen, Moiré-Effekte, dünnere Linien verschwinden bei Verkleinerung,
als regelmäßige oder unregelmäßige Muster sichtbare Rasterung u.ä.).
Man verwendet zur Beschreibung der Ausmaße und der Form eines Zeichens
daher besser eine rasterungs-, also auflösungsunabhängige
Repräsentation. Dazu gibt es nun mehrere Verfahren:
In METAFONT legt man Linienzüge durch Punkte und durch diese Punkte
festgelegte Spline-Kurven fest und zieht diese mit einem vorher
definierten `Pinsel' nach. Durch die Form und die Lage des verwendeten
Pinsels können mit denselben Kurven sehr unterschiedliche Zeichenformen
erzeugt werden. Nachdem das Zeichen aus einzelnen Kurvenzügen definiert
und mit unterschiedlichen Pinseln gezeichnet wurde, rastert METAFONT die
dadurch eingefärbten Flächenteile und erzeugt daraus einen Font in Form
einer Bitmap. Da METAFONT zur Programmierung einer solchen Font-
Beschreibung eine Programmiersprache definiert, kann ein Font-Designer
einer Font-Beschreibung beliebig viele Parameter mitgeben, die die Form
und Ausmaße der einzelnen Zeichen der erzeugten Schrift in
unterschiedlichen Richtungen verändern. Wegen dieser Möglichkeit, aus
einer einzigen Beschreibung durch Wahl verschiedener Parameter viele
verschiedene Schriften erzeugen zu können, nennt man diese Font-
Beschreibungen auch `Meta-Font'. Man kann also durch Wahl der in einem
Meta-Font definierten Parameter unterschiedliche Fonts in verschiedenen
Größen erzeugen. Durch Angabe der gewünschten Auflösung und weiterer
Parameter des Ausgabegeräts kann wiederum für einen solchen Font eine
optimal an das jeweilige Ausgabegerät angepaßte Bitmap-Wiedergabe dieses
Fonts erzeugt werden.
Neben dieser von METAFONT verwendeten Beschreibung eines Fonts in Form
von mit Pinseln gezeichneten Spline-Kurven kann man die Form eines
Zeichens auch durch die Angabe des Umrisses der zu schwärzenden Fläche
beschreiben. Auch hier werden wiederum Spline-Kurven zur Beschreibung
der Umrisse eines Zeichens verwendet. Diese Beschreibung in Form eines
sogenannten `Outline' wird beispielsweise in PostScript-Schriften
verwendet.

9.1.2 Was sind tfm-, pl-, gf-, pk-, pxl-Dateien?

Neben dem Aussehen der einzelnen Zeichen in einem Font werden noch
weitere Informationen über jedes einzelne Zeichen und über schrift-
globale Parameter benötigt: Von jedem Zeichen muß TeX die Ausmaße in
Form von Breite, Höhe und Tiefe in Bezug zur Grundlinie wissen. Zu
bildende Ligaturen (z.B. f+f => ff), das Kerning zwischen zwei Zeichen
(z.B. Unterschneidung bei `Ta') und beispielsweise der zu verwendende
Wortabstand sind weitere Informationen, die über einen Font abgelegt
sein müssen, da sie von TeX benötigt werden.
Diese Informationen liest TeX aus der `TeX Font Metric' oder kurz tfm-
Datei. Die Programme `pltotf' und `tftopl' wandeln die Informationen in
einer tfm-Datei in eine lesbare Form, die `Property List' oder kurz pl-
Datei um.
In den gf- (Generic Font), pxl- (Pixel) und pk- (Packed Pixel) Dateien
sind die Bitmap-Repräsentationen jedes Zeichens einer Schrift abgelegt.
Da pk- und pxl-Dateien genau dieselben Informationen enthalten, die pxl-
Dateien jedoch mehr Platz benötigen, werden diese heutzutage nicht mehr
verwendet und unterstützt. Mit den Programmen `gftopk' und `pktogf'
können die Bitmap-Repräsentationen ineinander umgewandelt werden. Da gf-
Dateien in der Lage sind, in einer Bitmap neben den einzelnen Pixeln
noch weitere Informationen zu enthalten (z.B. `special'-Anweisungen),
können bei dieser Umwandlung Informationen verloren gehen. Da jedoch nur
sehr wenige Programme und Gerätetreiber diese zusätzlichen Informationen
verwenden und die pk-Darstellung viel kompakter ist, sind gf-Dateien
normalerweise nur für METAFONT wichtig.
METAFONT erzeugt aus einer mf-Source eine tfm-Datei mit der
auflösungs_un_abhängigen `TeX Font Metric' und eine auflösungsabhängige
gf-Datei. Aus der gf-Datei wird üblicherweise mit `gftopk' eine pk-Datei
erzeugt.
TeX verwendet nur die Informationen in der tfm-Datei, die Bitmap in der
gf- bzw. der pk-Datei wird von TeX _nicht_ gelesen. Ein Gerätetreiber,
der eine dvi-Datei druckt oder darstellt, verwendet die pk-Dateien und
in einigen Fällen auch die tfm-Datei.

9.1.3 Was sind virtuelle Fonts, was vpl-, vf-Dateien?

Ein virtueller Font ist, wie der Name schon sagt, eine Schrift, die
keine real (in Form einer Bitmap) existierenden Zeichen enthält.
Stattdessen wird in einem virtuellen Font auf andere Schriften und die
dort enthaltene Zeichen verwiesen. Durch diesen `Trick' kann man
beispielsweise die Kodierung der Zeichen in einer Schrift umdefinieren
oder eine Schrift aus Zeichen mehrerer Schriften zusammensetzen, um so
z.B. einzelne Zeichen durch andere zu ersetzen. Darüber hinaus kann man
in virtuellen Fonts auch einzelne Zeichen aus mehreren Zeichen
zusammensetzen, indem man beispielsweise fertig akzentuierte Zeichen aus
dem entsprechenden Akzent- und Basiszeichen bildet. Eine weitere
Anwendung für virtuelle Fonts ist die Verwendung einer Ersatzschrift für
eine nicht verfügbare Schrift, die dieser möglichst nahekommt und
dieselben TeX-Font-Metric-Informationen besitzt.
Eine vf-Datei enthält die Definition eines solchen virtuellen Fonts in
binärer, sehr kompakter Form. Dieser vf-Datei muß eine tfm-Datei
zugeordnet sein, in der TeX die `TeX Font Metric' für diese Schrift
finden kann. Eine vpl-Datei ist eine für den Menschen lesbare
Darstellung der vf- und tfm-Datei in Form von `Property Lists'. Mit dem
Programm `vptovf' kann aus einer vpl-Datei eine vf- und die zugehörige
tfm-Datei erzeugt werden, mit `vftovp' bekommt man aus diesen beiden
Dateien wieder die vpl-Datei.
TeX `weiß' nichts von virtuellen Fonts. TeX liest keine vf-Dateien,
sondern benötigt nur die zugehörige tfm-Datei, aus der nicht ersichtlich
ist, ob dies ein `realer' oder ein virtueller Font ist. vf-Dateien
werden nur von den Gerätetreibern verwendet. Für Treiber, die (noch)
keine virtuellen Fonts unterstützen, kann das Programm `dvicopy'
verwendet werden, um eine dvi-Datei in eine dvi-Datei umzuwandeln, in
der alle virtuellen Fonts `aufgelöst' worden sind, also nur noch `reale'
Fonts verwendet werden. Achtung: Die meisten verfügbaren virtuellen
Fonts sind unabhängig vom Ausgabegerät, sie können jedoch auch abhängig
vom Ausgabegerät sein!

9.1.4 Was ist METAPOST?

METAPOST ist ein aus METAFONT abgeleitetes Programm zum Erstellen von
PostScript-Zeichnungen, das von John Hobby, einem ehemaligen Mitarbeiter
von Donald E. Knuth, entwickelt wurde. Die METAPOST-Sprache ist sehr eng
verwandt mit METAFONT, unterstützt aber einige zusätzliche Features, wie
beispielsweise das Beschriften von Abbildungen in TeX über einen
Präprozessor (dies setzt den dvi-Treiber `dvips' voraus).
Um eine Zeichnung zu erstellen, muss man ein METAPOST-Programm schreiben
und compilieren. Diese Arbeitsweise ähnelt METAFONT, ist somit eben ganz
anders als die sonst gewohnten Grafik-/Malprogramme. METAPOST ist dafür
aber gut für berechnete Zeichnungen geeignet oder zum Plotten von
Funktionen oder Datenwerten. Knuth benutzt es selbst für Zeichnungen in
seinen Büchern.

METAPOST:  http://cm.bell-labs.com/who/hobby/MetaPost.html
           CTAN: graphics/metapost/

Das Programm ist erst seit Anfang 1995 frei erhältlich, vorher nur nach
Abschluß eines `non-disclosure agreement'. Implementierungen von
METAPOST existieren mittlerweile für sehr viele Plattformen:

* Web2c: CTAN: systems/web2c/
  Web2c enthält ab Version 7.0 METAPOST-Sources, wobei Web2c
  mittlerweile neben Unix auch Amiga, OS/2 und Windows 95/98/NT und BeOS
  unterstützt.
* teTeX: CTAN: systems/unix/teTeX/
  Ab teTeXVersion 0.4 ist METAPOST enthalten.
* Amiga: CTAN: systems/amiga/amiweb2c/ (Andreas Scherer)
  Siehe auch Web2c.
* OS2: Siehe Web2c.
* Windows 95/NT: Siehe Web2c.
* DOS: CTAN: systems/msdos/metapost/ (Piet van Oostrum)
  paßt zu emTeX
  CTAN: systems/msdos/dostp21/ (Peter Breitenlohner)
  integriert in PubliC-(e-)TeX/MF/MP, TDS-kompatibel
* MacOS: CTAN: systems/mac/cmactex/ (Tom Kiffe)


9.1.5 Beim Übersetzen einer mf-Datei erhalte ich immer eine gf-Datei mit
Endung `.2602gf' (bzw. `.260' bei Filesystemen, die nur drei Zeichen als
Datei-Extension zulassen). Wieso?

Zur Erzeugung einer Schrift für ein bestimmtes Ausgabegerät benötigt
METAFONT eine Beschreibung in Form einer `Mode Definition' (kurz:
`mode_def'), in der u.a. die Auflösung des Ausgabegeräts festgelegt
wird. METAFONT wird meist mit

  mf \mode:=<Mode-Name>; mag:=<Magnification>; input <Font-Filename>

aufgerufen (unter Unix Quote-Zeichen ' um die Argumente im METAFONT-
Aufruf nicht vergessen!), wobei mit <Mode-Name> der Namen einer solchen
`mode_def' anzugeben ist. Wird kein `mode' angegeben oder ist <Mode-
Name> unbekannt, verwendet METAFONT den Proof-Mode, der einen
Korrekturabzug der Schrift erstellt. Damit die Zeichen in diesem
Korrekturabzug groß genug sind, verwendet METAFONT dazu die Auflösung
2602dpi (= `dots per inch'). Falls dies nicht erwünscht war, sollte man
überprüfen, ob der `mode' korrekt gesetzt wurde, ob <Mode-Name>
beispielsweise korrekt angegeben wurde (Schreibfehler!) und ob <Mode-
Name> bei der Erstellung der base-Datei (`Dumpen' der Datei
``plain.mf'') mit `mode_def' definiert wurde.

9.1.6 Wozu benötige ich für jeden Druckertyp eine andere Anpassung in
Form einer `mode_def'? Wo finde ich für den Drucker XYZ eine solche
Anpassung?

Jedes Ausgabegerät hat unterschiedliche Charakteristiken. Zum einen
unterscheiden sie sich in der Auflösung, zum anderen beispielsweise auch
in der Größe eines gezeichneten Pixels. So wird bei einem
Tintenstrahldrucker im Vergleich zu einem Laserdrucker in den meisten
Fällen ein einzelner Punkt etwas größer ausfallen. Sehr große
Unterschiede treten prinzipbedingt beim Vergleich von sogenannten
`schwarz'- und `weiß'-schreibenden Laserdruckern auf. Auch wird beim
Schnitt zweier Kurven (z.B. in der Mitte des Zeichens `X') die
geschwärzte Fläche etwas größer ausfallen, da die Druckerfarbe abhängig
vom Druckprinzip und vom Druckwerk mehr oder weniger ineinander
verlaufen kann. Damit METAFONT all diese und weitere Eigenschaften eines
Ausgabegeräts bei der Erzeugung der Bitmap-Rasterung eines Zeichens in
Betracht ziehen kann, werden die einzelnen Parameterwerte für ein
Ausgabegerät in einer `Mode Definition' mit der Anweisung `mode_def'
abgelegt.
Da die Erstellung einer neuen `Mode Definition' für ein Ausgabegerät
einiges an Arbeit (Testdruck, überprüfen, anpassen, Testdruck usw.)
bedeutet, wurden von Karl Berry alle bisher für verschiedene
Ausgabegeräte gefundenen `Mode Definitions' in der Datei ``modes.mf''
gesammelt. Da ``modes.mf'' neben den `Mode Definitions' noch dafür
sorgt, daß man verschiedene Informationen (z.B. `coding scheme') über
einen Font setzen kann und diese korrekt abgelegt werden, ist diese
Datei jedem empfohlen.

modes.mf:  CTAN: fonts/modes/modes.mf
           (Hinweis: seit August 1998 gibt es die Version 3.4 mit
           Voreinstellungen für
           neuere Drucker)


9.1.7 Kann ich aus einer vorhandenen tfm-Datei die mf-Source erzeugen?
Gibt es dafür ein Programm?

Nein. tfm-Dateien enthalten keine Bitmap- oder ähnliche Information über
das Aussehen der Zeichen in einer Schrift. Daher kann aus einem tfm-File
weder eine pk-Datei noch die mf-Source restauriert werden.
Es ist jedoch möglich, aus einer pk- und der tfm-Datei einer Schrift
eine mf-Source zu erstellen. Dabei ist das entstehende Resultat jedoch
kein _Meta_-Font mehr, sondern `nur' noch ein mf-Programm für genau
diese Schrift. Das Ergebnis ist je nach Aufwand mehr oder weniger gut
und verlangt in den meisten Fällen noch einiges an Handarbeit, so daß
sich der Aufwand nur in seltenen Fällen lohnt.

9.1.8 Wie kann ich nur die tfm-Dateien einer Schrift erzeugen?

In der Datei ``modes.mf'' ist dafür die Mode-Definition `nullmode'
gedacht, in der neben der tfm- zwar auch eine gf-Datei erzeugt wird,
jedoch in einer Auflösung von 101dpi, so daß dies schneller als mit
300dpi oder 600dpi geschieht.

9.2 Schriften - allgemein


9.2.1 Gibt es eine Schrift XYZ? Wo finde ich diese?

Als erste Informationsquelle sollte man die Liste ``metafont-list'' der
verfügbaren METAFONT-Schriften nach der gesuchten Schrift durchsehen.
Diese Liste enthält eine kurze Beschreibung und Klassifikation der
meisten Schriften, die man auf CTAN im Verzeichnis ``CTAN: fonts/''
finden kann.
Beschränkt man sich nicht nur auf in METAFONT-Quellen vorhandene
Schriften, kann man auch Schriften in PostScript-Type-1- oder Type-3-
Form, PCL-Schriften u.a. auf verschiedenen ftp-Servern finden.
Existieren für diese Schriften Font-Metriken, die man in eine tfm-Datei
umwandeln kann, sind sie sehr einfach unter (La)TeX verwendbar (evtl.
nach Umkodierung mittels virtueller Fonts). Verschiedene Programme dafür
findet man auf CTAN im Verzeichnis ``CTAN: fonts/utilities/'', fertige
Anpassungen findet man für weitverbreitete Schriften ebenso unter
``CTAN: fonts/''.

metafont-list:                       CTAN: info/metafont-list
Die LaTeX- und METAFONT-Galerie:     http://www.tu-darmstadt.de/
                                     ~st002556/texfonts/index.html
Liste de fontes au format MF sur les http://www.math.jussieu.fr/~zoonek/
archives CTAN:                       LaTeX/MF/liste.html
Zeichensätze und Symbole:            http://www.loria.fr/services/tex/
                                     german/fontes.html


9.2.2 Gibt es eine Schönschrift/Handschrift?

Mit `calligra' gibt es eine kalligraphische Schrift, eine schön
ausgeführte Schmuckschrift, die leider noch kleinerer Verbesserungen
(falsche Abstände vor Großbuchstaben und ß, fehlender Bindestrich)
bedürfte. `calligra' verwendet die Kodierung `T1'. Um korrekte Akzente
und Umlaute zu erhalten, muß man in LaTeX2e deshalb auf \fontencoding
{T1} wechseln!
Eine weitere Schrift ist die `twcal', die ursprünglich auf der
vereinfachten Ausgangsschrift `va' basiert, jedoch durch viele
Änderungen und Ligaturen weichere, durchgezogene Übergänge erhalten hat.
Mit den Paketen `calligra' und `twcal' gibt es LaTeX-Anpassungen für die
beiden gleichnamigen Schriften. Die oben genannten Unvollkommenheiten
der Schrift `calligra' werden mit dem gleichnamigen Paket ausgeglichen.

calligra:  CTAN: fonts/calligra/
           CTAN: macros/latex/contrib/other/gene/fundus/
twcal:     CTAN: fonts/twcal/
           CTAN: macros/latex/contrib/other/gene/fundus/


9.2.3 Ich suche eine Sütterlin, Fraktur, Schwabacher, Gotische Schrift.

Yannis Haralambous hat einen Satz dieser altdeutschen Schriften auf der
Tagung EuroTeX'91 in Cork/Irland vorgestellt. Neben den reinen
Brotschriften hat er auch noch mit der Schrift `yinit' große Initialen
als Schmuckschrift hinzugefügt. Die Einbindung dieser Schriften ist für
LaTeX2e im Paket `oldgerm', das Bestandteil von `mfnfss' ist, enthalten.
Mit dem Paket `yfonts' existiert eine Alternative, die mit german.sty
funktioniert und diese Schriften trotz ihrer unkonventionellen Kodierung
in LaTeX2e einbindet; ein Makro ermöglicht es, einen Absatz mit einer
eingezogenen Zierinitiale zu schmücken.
Zu der Sütterlin-Schrift `suet14' und ihrer schräggestellten Variante
`schwell' wurde in der Newsgroup de.comp.tex (dem damaligen Vorgänger
von `de.comp.text.tex') angemerkt: ``Die Fonts sehen wirklich klasse
aus. Allerdings hat das kleine `a' keinen Kringel (Schleifchen) rechts
oben, was es nach Brockhaus und alten Schulunterlagen haben sollte. Auch
das `k' scheint etwas abzuweichen.''

Y.H.:               CTAN: fonts/gothic/yfrak/
                    CTAN: fonts/gothic/yswab/
                    CTAN: fonts/gothic/ygoth/
                    CTAN: fonts/gothic/yinit/
mfnfss:             CTAN: macros/latex/contrib/supported/mfnfss
yfonts:             CTAN: macros/latex/contrib/supported/yfonts
cmfrak:             CTAN: fonts/gothic/cmfrak/
sueterlin/schwell:  CTAN: fonts/gothic/sueterlin/


9.2.4 Gibt es die lateinische bzw. die vereinfachte Ausgangsschrift, mit
der man das Schreiben in der ersten Klasse begonnen hat?


la:  CTAN: fonts/la/
va:  CTAN: fonts/va/


9.2.5 Wie kann ich die Standard-Brotschrift durch eine andere,
beispielsweise CM-Sans-Serif, ersetzen?

Mit LaTeX2e geht dies einfach durch

  \renewcommand{\familydefault}{cmss}

oder, falls man stattdessen die Sans-Serif-Variante der aktuellen
Schrift verwenden will, mit

  \renewcommand{\familydefault}{\sfdefault}

in der Präambel des Dokuments. Genauso einfach kann man die
Schriftfamilie fuer \rmdefault, \sfdefault und \ttdefault ersetzen.
Falls die PostScript-Anpassungen installiert sind, ersetzt man
beispielsweise durch

  \renewcommand{\rmdefault}{ptm}
  \renewcommand{\sfdefault}{phv}
  \renewcommand{\ttdefault}{pcr}

CM-Roman durch Times-Roman, CM-Sans-Serif durch Helvetica und CM-
Typewriter durch Courier. Gerade weil der Wechsel der Schriften so
einfach ist, sollte man dabei darauf achten, zusammenpassende Schriften
zu verwenden, deren Eigenschaften harmonieren.

9.2.6 Welche Alternativen gibt es als METAFONT-Quelle zu der
normalerweise benutzten Computer-Modern-Schriftfamilie?

Nachfolgend sind einige METAFONT-Schriftfamilien mit `normalem'
lateinischen Zeichensatz aufgeführt, die es neben der CM-Familie gibt
und die als Grundschrift eines Dokuments verwendet werden können.
Varianten der CM-Schriften, die sich durch die Kodierung unterscheiden,
wie EC- und FC-Schriften, sind nicht berücksichtigt.

* Concrete:
  Eine serifenbetonte Roman-Schrift; die Grundschrift von Donald E.
  Knuths Buch `Concrete Mathematics'; aus der CM-Familie abgeleitet,
  paßt zu den Euler-Schriften aus dem AMS-Schriftpaket optisch besser
  als die CM-Schriften (Paket für Plain-TeX ``gkpmac.tex'', Pakete für
  LaTeX in CTAN: macros/latex/contrib/supported/beton/ und CTAN: macros/
  latex/contrib/supported/euler/).
  In den Kodierungen OT1, T1 und TS1 (Text-Companion) verfügbar; alle
  Mathematikschriften für (La)TeX inkl. der AMS-Fonts sind vorhanden.
* Pandora:
  Schriftfamilie mit Roman-, Sans-Serif- und Schreibmaschinen-Schriften.
  Etwas auffällig und verspielt.
  Nur in OT1-Kodierung, keine T1- oder TS1-Kodierung, keine
  mathematischen Schriften.
* Malvern:
  Eine Familie von serifenlosen Schriften, stilistisch eine `Jüngere
  Grotesk', aber mit stark geometrischen Elementen.
  In den Kodierungen OT1 und T1 (T1 benötgt `virtual fonts') verfügbar,
  keine TS1-Kodierung, keine Mathematikschriften.
* Computer Modern Bright:
  Eine Familie von serifenlosen Schriften, die mit Rücksicht auf gute
  Lesbarkeit in fortlaufenden Texten entworfen wurde. Größere x-Höhe
  (ähnlich Helvetica/Arial) und helleres Schriftbild als CM Sans Serif.
  In den Kodierungen OT1, T1 und TS1 verfügbar; alle Mathematikschriften
  für (La)TeX inkl. der AMS-Fonts sind vorhanden.


Concrete:   CTAN: fonts/concrete/
            CTAN: fonts/ecc/
            CTAN: fonts/concmath/
            (MF-Quellen und tfm-Dateien in OT1-, T1-, TS1-Kodierung)
            CTAN: macros/latex/contrib/supported/ccfonts
            CTAN: macros/latex/contrib/supported/concmath
            (LaTeX-Paket, .fd-Dateien)
Pandora:    CTAN: fonts/pandora/
            CTAN: macros/latex/contrib/supported/mfnfss
Malvern:    CTAN: fonts/malvern/
CM-Bright:  CTAN: fonts/cmbright/


9.2.7 Gibt es Schriften für den mathematischen Formelsatz, die zu
Schriften wie Times, Helvetica oder Palatino passen?

Es gibt besondere ``Mathematik-Schriften'', die als Ergänzung populärer
Textschriften geeignet sind, und ihre Verwendung wird durch LaTeX-Pakete
unterstützt. Einige der Schriften oder Pakete gehören zum PSNFSS-Bündel,
das Bestandteil vieler LaTeX-Verteilungen ist.

* mathptmx (PSNFSS):
  Virtuelle Mathematikschriften für die Kombination mit `Times'. Die
  Symbole werden tatsächlich aus den Schriften `Times Italic', `Symbol',
  `Computer-Modern' und `RSFS' (für \mathcal) genommen, die entweder
  frei verfügbar sind oder zu den 35 Standard-PostScript-Fonts gehören.
  Nachteile: keine fetten Mathematikschriften; \boldmath wird nicht
  unterstützt; Probleme im Zusammenwirken mit `amsmath' und den AMS-
  Schriften. LaTeX-Paket: `mathptmx'.
* mathptm (PSNFSS):
  Zusammen mit dem Paket `mathptm' ein (veralteter) Vorgänger von
  `mathptmx'.
* mathpple:
  Virtuelle Mathematikschriften für die Kombination mit `Palatino'. Die
  Zeichen werden tatsächlich aus den Schriften `Palatino Italic',
  `Symbol', `Computer-Modern' und `Euler' genommen, die entweder frei
  verfügbar sind oder zu den 35 Standard-PostScript-Fonts gehören.
  Besonderheiten: Einfacher Zugriff auf mathematische Fettschrift und
  kursive griechische Versalien; arbeitet auch mit `amsfonts' oder
  `amssymb' zusammen. LaTeX-Paket: `mathpple'.
* mathppl:
  Zusammen mit dem Paket `palatcm' ein veralteter Vorgänger von
  `mathpple'. Schriften und Pakete werden nicht im CTAN verteilt, sind
  aber in verschiedenen TeX-Distributionen enthalten. Möglichst nicht
  mehr verwenden!
* Euler:
  Die Euler-Fonts wurden ursprünglich für die Kombination mit der
  Textschrift `Concrete' entworfen; sie harmonieren aber auch gut mit
  vielen anderen Schriften. Geeignet sind z.B.: `Palatino', `Melior',
  `Sabon' (und evtl. andere `Garamond'-Varianten). Die Euler-Fonts sind
  sowohl im Metafont-Format als auch als Type-1-Schriften (PostScript)
  frei verfügbar. Nachteile: Großer Verbrauch an TeX-Ressourcen,
  potentielle Probleme bei der Verwendung zusätzlicher mathematischer
  Zeichensätze; verschiedene Symbole fehlen oder sind wenig brauchbar
  (\hbar); unterschiedlicher Stil der Ziffern im Text- und
  Mathematiksatz. LaTeX-Paket: `euler'.
* Lucida-Bright:
  Die Mathematik-Fonts der Schriftfamilie Lucida-Bright (kommerziell,
  PostScript-Type-1) passen nicht nur zu den ``familieneigenen''
  Textschriften, sondern können auch mit `Times', `Monotype Times' und
  `Minion' benutzt werden. LaTeX-Pakete: `luctime', `lucmtime', `lucmin'
  (PSNFSS) Besonderheiten: Verbesserte und/oder erweiterte
  Symbolschriften einschließlich der AMS-Symbole.
* MathTime:
  Die MathTime-Fonts (kommerziell, PostScript-Type-1) wurden primär für
  die Kombination mit der `Times' entworfen, passen aber evtl. auch zu
  anderen Schriftfamilien. LaTeX-Paket: `mathtime' (PSNFSS)
* TM-Math:
  Die TM-Math-Fonts (kommerziell, PostScript-Type-1) sind für die
  Kombination mit der Textschrift `Times' bestimmt. Besonderheiten:
  Einfacher Zugriff auf mathematische Fettschrift und kursive
  griechische Versalien; LaTeX-Paket: `tmmaths'.
* HV-Math:
  Die HV-Math-Fonts sind zur Kombinatiomn mit `Helvetica' bestimmt. Die
  Schriften sind im Type-1-Format nur kommerziell verfügbar; eine (Demo-
  )Version im .pk-Format für 300dpi ist kostenlos erhältlich.
  Besonderheit: Helvetica kann in der Groesse an andere Schriften (etwa
  zusätzliche Symbolfonts) angepaßt werden; einfacher Zugriff auf
  mathematische Fettschrift und kursive griechische Versalien. LaTeX-
  Paket: `hvmaths'.


PSNFSS:                   CTAN: fonts/psfonts/lw35nfss.zip
                          CTAN: macros/latex/required/psnfss
RSFS-Fonts:               CTAN: fonts/rsfs/
mathpple:                 CTAN: fonts/mathpple/
Euler:                    CTAN: fonts/amsfonts/
                          CTAN: macros/latex/contrib/supported/euler
Lucida-Bright, MathTime:  http://www.YandY.com
TM-Math, HV-Math:         http://www.micropress-inc.com
                          CTAN: macros/latex/contrib/supported/tmmath
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--- DE-TeX-FAQ Ende Teil 9 ---